Montag, 7. September 2009
Seelsorge in schönster Lage Hohenhaslach
Bietigheimer Zeitung vom 7. September 2009
Evangelischer Pfarrer Michael Wanner ins Amt eingeführt
Die St. Georgskirche in Hohenhaslach platzte gestern aus allen Nähten. Viele Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde wollten der Investitur des neuen Pfarrers Michael Wanner beiwohnen.
Die Fußstapfen, in die Pfarrer Wanner tritt, sind nicht gerade klein. Sein Amtsvorgänger, Paul Murdoch, der im Juli dieses Jahres großen Abschied von den evangelischen Christen in Hohenhaslach feierte, genoss großes Ansehen und war in seiner Kirchengemeinde sehr beliebt. "Das Feld und das Land hier in Hohenhaslach sind von Pfarrer Murdoch hervorragend bestellt gewesen. Doch beides muss immer wieder neu bearbeitet werden", betonte Karl Willig, der stellvertretend für Bürgermeister Horst Fiedler Pfarrer Wanner in der Gemeinde willkommen hieß.
Wanner selbst scheut diese Herausforderung nicht. Nachdem der 52-Jährige über 18 Jahre als Pfarrer und geistlicher Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal gewirkt hat, freut er sich auf die neuen Aufgaben in Hohenhaslach, das er bereits von früherer Jugendfreizeiten und zahlreichen Ausflügen kennt. "Wir wollen hier so lange bleiben, wie es möglich ist. Uns gefällt es sehr gut in diesem schönen Ort und in der lebendigen Gemeinde", betonte der Vater von fünf Töchtern, der jedoch mit seiner Frau Eva-Maria nur Nesthäkchen Naemi in die Kirchbachtalgemeinde mitgebracht hat.
Die Gläubigen in Korntal haben ihren langjährigen Pfarrer nur ungern ziehen lassen, wie Gemeindevorsteher Dieter Messner bestätigte. "Ich kann die Hohenhaslacher nur beglückwünschen. Sie haben einen innovativen Menschen, kraftvolle Predigten, lebendige Gottesdienste und eine herzensgute Frau bekommen. Sie haben eine gute Wahl getroffen", machte Messner deutlich.
Davon konnten sich die Gläubigen gestern nach der feierlichen Investitur durch Dekan Hartmut Leins bereits hautnah überzeugen. Pfarrer Wanner wusste mit seiner Predigt, die auf dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter aufbaute, die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen. "Jesus ist unser barmherziger Samariter. Er verbindet uns die Wunden, welche die Sünden geschlagen haben. Er rettet uns und schließt uns in sein Herz. Aus dieser von Jesus geschenkten Barmherzigkeit heraus will ich hier in Hohenhaslach meinen Dienst tun", erklärte Wanner. Er erinnerte daran, dass auch heute noch jeder unter die Räuber fallen könne, wie jenes Opfer, dem der barmherzige Samariter im Gleichnis geholfen habe. Nur gäbe es heute moderne Räuber wie beispielsweise Auseinandersetzungen, welche den Frieden störten, Süchte und Beschäftigungen, die uns die Zeit raubten oder Worte, die uns tief innen verletzten. Jeder würde dadurch mitten im Alltag herausgefordert, etwas zu tun und anderen zu helfen. "Gott gibt uns diese Impulse, und seine Aufgaben für uns haben dabei stets etwas Überraschendes", so Wanner.
Eine kurze Einführung in die Herausforderungen, die in Hohenhaslach auf ihn warten, gab der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Reinhard Baumgärtner: "Ich darf unserem neuen Pfarrer gratulieren zur allerbesten Aussicht in Württembergs schönster Lage. Wie es in unseren Weinbergen verschiedene Rebsorten gibt, so finden sich auch im Weinberg des Herrn verschiedene Ausprägungen. Doch sie alle wollen gehegt und gepflegt werden", erläuterte Baumgärtner.
Doch nicht nur den Blick auf die sonnenverwöhnten Rebflächen kann Pfarrer Wanner von seinem neuen Zuhause aus genießen. Er wird an der örtlichen Kirbachschule auch den Religionsunterricht in einigen Klassen übernehmen. "Einfach spitze, dass Du da bist" riefen ihm deshalb Schüler gemeinsam mit Konrektor Reiner Gräf zu.
Zudem bauen Pastoralreferent Josef Haselberger von der katholischen Kirchengemeinde, Pfarrer Ulrich Gratz aus Oberriexingen im Namen der Pfarrerschaft des Kirchenbezirks und der Vorsitzende des CVJM Hohenhaslach, Markus Scheerle, auf eine gute Zusammenarbeit. "Jetzt sind wir wieder komplett. Die drei Wanners und unsere Gemeinde", erklärte Scheerle zum Abschluss eines farbenfrohen Gottesdienstes.
(Michaela Glemser)
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1 Kommentare:
Und hier gibt es ein paar Bilder dazu
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